Bike-Tour in Südafrika
"Die erste und bestimmt nicht die letzte"
 
Seit 11 Jahren veranstalten wir, das Team von Dr. Joka Reisen, Bike-Touren mit Harley-Davidson Motorrädern in den USA. Es war an der Zeit, auch im Hinblick auf unsere zahlreichen Stammgäste, etwas anderes, neues in unser Programm aufzunehmen. Unsere Wahl fiel auf Südafrika.

Kenner des Landes beschreiben seine Schönheiten mit großer Begeisterung. Die atemberaubenden Landschaften, die hervorragende Küche und der besonders gute südafrikanische Wein haben schon viele Anhänger gefunden. Die Menschen die dort leben, empfangen die Besucher mit herzlicher Gastfreundlichkeit und das sonnige Klima ist für uns Europäer gerade in unserem Winter mehr als angenehm.

Hinzu kommen weitere praktische Erwägungen. Die Zeitverschiebung (und damit der Jetlag) fehlt. Das Preisniveau ist durchaus moderat und die Infrastruktur lässt keine Wünsche offen.

Am Anfang war da allerdings auch eine gewisse Skepsis. Die Apartheid und die damit verbundenen Unruhen sind noch nicht vergessen. In unseren Köpfen haben wir Berichte über eine unterbezahlte, hilflose Ordnungsmacht, die der hohen Kriminalitätsrate nicht viel entgegenzusetzen hat und nicht zuletzt die Angst vor der Ansteckung mit Malaria schwingt mit, wenn man an eine Reise nach Südafrika denkt.

Um es kurz zu machen: Die Skepsis und die Ängste erwiesen sich als völlig unbegründet. Nirgendwo und zu keiner Zeit auf unserer Tour haben wir uns unsicher gefühlt und eine Ansteckungsgefahr mit Malaria gibt es nur im Nordosten des Landes, dort wo es die Anophelesmücke gibt. Der weitaus größte Teil des Landes ist frei von dieser Mücke und damit frei von jeglicher Ansteckungsgefahr.

Der Flug nach Kapstadt ist mit ca. 12 Stunden Flugzeit doch etwas anstrengend, aber bei nur einer Stunde Zeitverschiebung hat man die kleine Strapaze schnell vergessen. Am Morgen nach der Ankunft lacht die sommerliche Sonne. Einfach herrlich, denn am Tag zuvor waren wir ja noch im winterlich kalten Deutschland.

Am ersten Tag muss man zunächst Kapstadt entdecken. Gleich neben den hohen, modernen Gebäuden von Downtown beginnt das Hafengebiet.

Inmitten vieler alter Häuser im viktorianischen Stil gibt es unzählige Möglichkeiten zur Unterhaltung und zum "Shopping". Viele Cafes, Kneipen und Restaurants laden zum Verweilen ein. Überall präsentieren sich Künstler und Musikbands mit unterschiedlichsten Darbietungen. Ein buntes Treiben in multikultureller, gemütlicher Atmosphäre, das jeden Monat mehr als eine Million Besucher anlockt.

Immer wieder schaut man hinauf zum 1086 m hohen Tafelberg, der sich im Westen direkt neben der Stadt empor hebt. Man kann ihn über mehrere Routen zu Fuß besteigen, vorausgesetzt man verfügt über eine ausreichende Kondition. Die meisten der Gruppe wählen aber den bequemeren Weg mit der Seilbahn. Der Panorama-Ausblick von dort oben ist absolut atemberaubend.

Der erste Ausritt mit unseren HD-Bikes ( Heritage Softtail Classic, Road King oder E-Glide) führt uns am nächsten Tag auf die Halbinsel des "Kap der guten Hoffnung". Über eine kurvenreiche Küstenstrasse, vorbei an einigen Urlaubsorten mit kleinen Stränden, die zum Baden einladen, gelangen wir in den Nationalpark des Kaps. Auf dem Weg zum "Cape Point" begegnen wir einer Affenherde und etlichen Straußen. Nach dem obligatorischen Fototermin am "Cape Point" geht es entlang der westlichen Steilküste zurück nach Kapstadt.

In den nächsten Tagen durchfahren wir unterschiedlichste Landschaften. Reihenweise Bergpässe, Kurven über Kurven und das Auge wird nicht satt, weil uns hinter jeder Kurve ein neues Panorama erwartet. Ebenso sanfte Hügellandschaften, endlos erscheinende Steppen, und auch Halbwüste und Wüste wollen durchquert sein. Mal zeigt sich die Vegetation in sattem Grün und wir entdecken durchaus Parallelen zum Schwarzwald und nach dem nächsten Pass überwiegen wieder die Brauntöne eines von der Sonne gnadenlos ausgedörrten Landstriches. Große Weingüter, riesige Straußenfarmen und sogar Hopfenanbau, immer wieder gibt es Neues und Ungewöhnliches zu sehen.

Besonders reizvoll sind die zahlreichen Küstenstraßen auf denen wir entlang des Indischen Ozeans und des Atlantiks gefahren sind. Direkt vorbei an breiten Sandstränden oder auf kurvigen Straßen, die in die Abhänge von Steilküsten hineingebaut wurden. Hinter jeder Biegung möchte man anhalten um zu fotografieren. Beschauliche Urlaubsorte wechseln sich ab mit dichten , unberührten Wäldern, oder mit weiten einsamen Stränden.

Ein Besuch des südlichsten Punktes des afrikanischen Kontinents, dem Kap Agulhas steht natürlich auch auf dem Programm. Dort treffen der Indische Ozean und der Atlantik aufeinander.

Wenn man den ganzen Tag im Sattel gesessen hat, dann benötigt man abends eine anständige Mahlzeit und eine vernünftige Unterkunft. Die südafrikanische Küche bietet reichlich Abwechslung: von landestypischen Eintopfgerichten mit Fleisch und Gemüse, über zahlreiche Fischgerichte, bis hin zu Medaillons vom Springbock und Straußensteak, diese sind absolut Cholesterin- und fettarm, in bester Qualität. So wird aus einer Motorradtour schnell auch eine Schlemmerreise. Nicht zu vergessen sind die hervorragenden Weine. Seit Mitte der siebziger Jahre hat Südafrika Einzug unter den führenden Weinbaunationen der Welt gehalten.

Die Auswahl der Unterkünfte war ebenso abwechslungsreich wie die Landschaften: gepflegte Gästehäuser mit liebevoll gestalteter privater Atmosphäre bis hin zum noblen Hotel im altehrwürdigen Kolonialstil. Jeden Abend wieder eine Überraschung der angenehmen Art.

Nicht erst am Ende der Tour waren sich alle Teilnehmer absolut einig:

Dieses Erlebnis muss unbedingt wiederholt werden!